Was Buchschreiben und Business eint

Herausforderungen, Erlebnisse und Rückschritte in der Buchproduktion

Gastartikel: Daniel Held

Der Traum vom eigenen Buch: Viele haben ihn und einige verwirklichen ihn auch. Seit April dieses Jahres darf ich mich als Sachbuch-Autor dazuzählen. Bestimmt würdest auch Du gerne einmal dein eigenes Exemplar in den Händen halten oder in der Buchhandlung sehen. Bis dahin ist es meist ein langer Weg, denn viele fangen an mit dem Schreiben, doch irgendwo auf der Strecke verlässt sie der Mut oder das Durchhaltevermögen. Daher teile ich meine Erfahrungen und gebe Dir Inspirationen für Deine Buchidee und das so wichtige Dranbleiben.

Um einen Blick hinter die Kulissen meines Ratgebers „Ohne Zweifel selbstständig“ zu gewähren, erzähle ich Dir von meinen Herausforderungen, Erlebnissen und Rückschritten bei der Erstellung: Welche Ernüchterung trat gleich zu Beginn ein? Warum bescherte ich mir freiwillig nach neun Monaten einen dicken Batzen Extraarbeit? Und welch erhebender Moment war es, als mit der Post die Eigenexemplare eintrafen?

Bei dieser Rückschau habe ich mehrere Parallelen zwischen dem Buchschreiben und der alltäglichen (Solo-)Selbstständigkeit festgestellt.

1. Am Anfang steht immer die große Reflexion – DAS KONZEPT

Buch: Ursprünglich hatte ich den Plan, erst einige Jahre später ein Buch zu schreiben über die Entstehung von Konventionen und Denkmustern in unserer Gesellschaft. Doch wenige Tage vor Weihnachten 2016 kam mir plötzlich eine zündende Idee – und so rückte das Projekt Buch auf der ToDo-Liste ein ganzes Stück vor: Aus ferner Zukunft war schnell Gegenwart geworden.

Ich wollte nun ein Buch für Einzelunternehmer und Freiberufler über die ersten drei Jahre meiner eigenen Selbstständigkeit schreiben – erstens, weil sie so erfolgreich verlaufen waren und zweitens, weil ich eine ganze Menge darüber erzählen konnte. Das Problem: Meine Zielgruppe des Buches (Solo-Selbstständige) entsprach nicht der Zielgruppe in meinem eigentlichen Business (Agenturen, Verlage und größere Unternehmen).

Die Lösung: Das Thema passte zu meiner Positionierung

Den Bogen zu meiner Haupttätigkeit und Positionierung als Online-Redakteur konnte ich dann doch noch spannen. Mein Fokusthema im beruflichen Alltag ist der gesellschaftliche Wandel – und im Buch konnte ich diesen bezüglich der Selbstständigkeit unter psychologischen Aspekten beleuchten. Denn ich wollte in erster Linie einen persönlichen, emotionalen Erfahrungsbericht schreiben, der sich abhebt von der ansonsten sehr nüchtern gehaltenen Gründerliteratur. Ein Buch, das Mut macht, in die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, die richtigen Prioritäten zu setzen und von Beginn an auf sein Bauchgefühl zu hören. Eine der wichtigsten Skills als Selbstständiger, wie ich in den letzten Jahren gelernt habe.

Die Antwort auf die Frage: Warum schreibe ich eigentlich ein Buch, was will ich damit erreichen und was kann ich erzählen, was andere nicht erzählen können, war also gefunden. Der Schreibprozess konnte beginnen.

Business: Genauso lässt sich diese Findungsphase auf die Selbstständigkeit übertragen. Auch vor der Gründung geht es um innere Einkehr, Selbstreflexion und Fragen wie: Warum möchte ich unternehmerisch tätig werden, was treibt mich an? Welche Talente zeichnen mich aus, wie hebe ich mich von anderen ab? Im Buch erzähle ich zum Beispiel, wie ich kurz vor meiner Kündigung des Angestelltenverhältnisses ein Dutzend Kollegen um Feedback gebeten habe, um mein Selbstbild und Fremdbild abzugleichen.

 

2. Rückschläge gehören dazu – DIE STOLPERSTEINE

Buch: An diesem einen Tag kurz vor Weihnachten hatte ich mein Konzept heruntergeschrieben. Es ging alles ganz fix und einfach. Die Struktur stand, und ab Januar schrieb ich euphorisch Seite für Seite. Doch schon der erste Textentwurf sorgte für Ernüchterung: Ich gab ihn meiner Frau zu lesen, die in dem Projekt als Lektorin und Storytelling-Expertin fungierte. „Das musst Du ganz anders machen“, sagte sie. Das saß. Der Autor – erst himmelhochjauchzend, dann zu Tode betrübt. Von da an ging es mit einem anderen Erzählstil weiter.

Nach neun Monaten hatte ich alle Kapitel fertig getextet und kam dann auf die glorreiche Idee, mich zu fragen: Wie machen das eigentlich andere, die eine Biografie geschrieben haben? Und ich las einige ähnliche Bücher. So benötigte ich weitere drei Monate, um all die wertvollen Gedanken, die mir die Lektüre der Bücher aus meinem Hinterkopf zutage gefördert hatte, sinnvoll zu strukturieren und in meinem eigenen Buch unterzubringen. Gelohnt hat es sich, denn diese Bonusinhalte steigerten noch einmal die Qualität des Gesamtwerks. Doch ich muss festhalten: Im gesamten Erstellungsprozess war diese partielle Strukturierung und Textoptimierung die größte Herausforderung für mich.

 

Business: Als Freiberufler lief es bei mir auch nicht gleich von Beginn an fantastisch. Die ersten neun Monate waren zäh, und manch einer hätte vielleicht schon das Handtuch geworfen. Und auch jetzt, zum Ende des vierten Jahres meiner Selbstständigkeit, gibt es noch Momente, die an den Nerven zehren. Doch es geht in Etappen bergauf, und mir hilft es immer wieder, mich an das zu erinnern, was mich antreibt und welche sensationellen Optionen und Aussichten die Selbstständigkeit bereithält. Also, nicht nur fürs Buch gilt: beständig weitermachen!

3. Inseln schaffen zum Draufhüpfen – DIE AUSZEITEN

Buch: Wichtig ist eine realistische Zeiteinteilung. Da ich während der gesamten Buchproduktion in Auftragsarbeiten steckte, wusste ich, dass es relativ lange dauern würde, bis mein Werk auf den Markt kommt. Also kalkulierte ich grob mit einem Jahr und plante genügend Puffer ein. Motive für kleine Pausen zwischendurch können sein: kein Schreibflow, keine Energie oder Lust oder auch die eigene Hochzeit … Meistens habe ich an projektfreien Tagen oder an den Abenden nach einem Auftrag am Buch gearbeitet.

Business: Ich habe mir zum Ziel gesetzt, etwa alle drei Monate eine kleine Auszeit zu nehmen und in den Urlaub zu fahren. Denn wir vergessen oft, dass wir Menschen sind und keine Maschinen. Dass wir Situationen verarbeiten müssen, bevor wir die nächste Hürde angehen. Dass wir in uns hineinspüren müssen, um herauszufinden, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Und deshalb sollten sich Phasen der Produktivität mit Phasen der Entspannung abwechseln. Nur dann funktioniert die Phase der Produktivität optimal.

4. Glücksmomente, wenn etwas fertig und gelungen ist –
DIE BELOHNUNG

Buch: Die Ernte wird am Schluss eingefahren: Es ist der Moment, wenn Du von Dir behaupten kannst, dass Du es durchgezogen und geschafft hast. Bei mir war es konkret der Moment, als der DHL-Bote vorfuhr und ich wusste, dass gleich die bestellten Eigenexemplare geliefert werden. Ja, das macht sehr, sehr stolz – und es ist tatsächlich erstaunlich, wie das anfangs digital in Word Kreierte am Ende in der Print-Ausgabe aussieht. Ein echter WOW-Moment!

Gerade, weil man es sich so schwer vorstellen kann, habe ich einen Probedruck in Auftrag gegeben – und das war besonders hinsichtlich des Layouts eine sehr gute Entscheidung. Was mir geholfen hat, das Buch zu Ende zu schreiben und tatsächlich fertigzustellen? Das Wissen, die eigene Message zu verbreiten und einen Kracher von der Bucket-List streichen zu können.

Business: Im Alltag brauchen wir diese Highlights auch. Das können Situationen sein, in denen wir einen Wunschkunden für uns gewinnen können. Oder uns eine Arbeit besonders gut gelungen ist. Oder wir eine neue Geschäftsidee haben, die wir mit großem Eifer in die Tat umsetzen wollen. Dann lassen sich auch Rückschläge und nicht so schöne Momente besser verkraften.

 

Danke Daniel, dass Du uns an Deiner Heldenreise teilhaben lässt.

Liebe IdeenheldInnen, wie steht es mit Euch und Euren Erfahrungen mit dem eigenen Buch?

Postet es uns gerne in den Kommentaren! Gern auch mit Link zu  Eurem Buch.

 

Alles Liebe,

Daniel & Diana

 


 Über den Autor: Daniel Held

2003 den Köln-Marathon gelaufen, auf gutem Amateur-Niveau 25 Jahre Tischtennis gespielt und als Angestellter die Betriebliche Gesundheitsförderung initiiert: Schon immer lagen mir Sport, die Umwelt und gute menschliche Beziehungen am Herzen.

Im Agenturumfeld habe ich zehn meiner inzwischen 14 Jahre Berufserfahrung gesammelt und im Rahmen eines Volontariats erfolgreich meine zweijährige journalistische Ausbildung abgeschlossen. Ich bin sehr stolz darauf, im April 2018 mein erstes Buch veröffentlicht zu haben. Der Titel lautet „Ohne Zweifel selbstständig“.

Das Buch handelt von meinem Weg in die Selbstständigkeit und davon, wie die ersten drei Jahre genau verliefen. Für die Gründerplattform Blogparade habe ich einen Beitrag dazu geschrieben, was mir auf dem Weg geholfen hat, meinen Gründertraum zu verwirklichen.

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke, Daniel, für Deine Erfahrungen! Danke, Diana, für den Hinweis auf diesen Blogartikel.
    Tatsächlich habe auch ich es dieses Jahr zum eigenen fertigen Buch geschafft, obwohl ich Anfang diesen Jahres nur dachte – wie auch Daniel es schreibt: „Irgendwann werde ich dazu auch mal ein Buch schreiben“. Aus dem „irgendwann“ wurde durch einen Anstoß von Kolleginnen Anfang Februar „Du musst/Ich muss jetzt erst das Buch schreiben, damit Du/ich dann da drauf Dein/mein Business aufbauen kann/st.“ Der Gedanke schlug direkt Feuer und nachdem ich kurz drauf einen weiteren Wink des Schicksals bekam, ließ ich diese Idee direkt Wirklichkeit werden. Sogar mit der Möglichkeit, mich live beim Schreiben zu begleiten, d.h. Stück für Stück meine Kapitel mitzulesen. In nur 10 Wochen war der Text fertig, mitsamt behelfsmäßig selbst gebastelter Grafiken. Dann gab ich den Entwurf mehreren Testleserinnen, die nicht viel Verbesserungsideen hatten. Ein paar achteten auch auf Sprache, Buchstabendreher, Satzzeichen und Formulierungen. Der größte und dann auch teuerste Batzen war, dass ich mich entschied, nicht über einen Verlag zu gehen und deshalb dann selbst in die Grafik des Paradiesbaumes investieren musste. Die Zusammenarbeit mit der Grafikerin funktionierte und ich halte nun seit dem 24.10. mein Buch „Auf welchem Ast turnst Du? – Mit dem Paradiesbaum durch Logik zum Glück“ in den Händen. Wenn Du wissen willst, um was es geht, dann lass Dir vor allem den Untertitel durch den Kopf gehen. Dann solltest Du eine Vorstellung davon haben. Der Paradiesbaum ist eine grafische Darstellung aller Verhaltensweisen und Gefühle, die Dir ganz anschaulich und logisch aufzeigt, was Dich zum Glücklichsein führen wird und was nicht.
    Interessant, Dein Gedanke, Daniel, die Phasen Deines Buch-Schreibens mit den Phasen in Deinem Business zu verknüpfen. Für mich ging das Schreiben ratzfatz, leicht locker und flockig von der Hand. Ich sollte genau diesen Prozess nehmen und nutzen, um mein Business dazu genauso leicht, locker und flockig aufzubauen.
    Danke für den Gedankenanstoß!
    http://www.paradiesbaum.de

    1. Liebe Christiane, danke, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Was für ein spannendes Thema und wie kreativ Du das umgesetzt hast! Genial!
      Dann wünsche ich Dir ganz viel Erfolg und Freude bei Deinem Businessaufbau. Alles Liebe für Dich, Diana

    2. Hallo Christiane, danke für deine Rückmeldung und deinen eigenen Erfahrungsbericht. Wenn’s bei dir mit dem Buch schon so locker-flockig gelaufen ist, sind das doch super Voraussetzungen fürs Business. Viel Glück dabei! Daniel

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