Über Bücher und Eichhörnchen

IDEENHELDIN der Woche 7

Interview mit Sybille Johann

Nicole Bailer stellte Sybille Johann die folgenden Fragen:

1. War es schon immer dein Traum Autorin zu sein? Was hat dich dazu bewogen ein Buch zu schreiben?

Es ist ja komisch mit den Menschen: Da spüren sie schon als Kind die eine besondere Begeisterung bei einer Sache, aber niemand sagt ihnen, dass sie das mal zum Beruf machen könnten oder es eben einfach DIE Berufung ist. Ich bekam immer Lob über meine Aufsätze, ich hatte Spaß am Schreiben, aber der erste erhellende Moment kam erst mit Anfang 20.

Und ich habe mich gleichzeitig immer gefragt, wie man so viele Seiten zusammenkriegt … Ich dachte, ich könnte das nicht. Und dann hab ich es ausprobiert. Ich habe mich jeden Abend an meine Schreibmaschine gesetzt und getippt. Und tatsächlich, es kamen am Ende über 200 Seiten dabei heraus. Geht doch! Ab da hatte ich die Vision, so mein späteres Leben zu verbringen.

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In den 80er-Jahren musste man allerdings noch auf Verlagssuche gehen, und da war ich nicht sehr fleißig. Also verschwand das Manuskript wieder in der Schublade. Und bald im Land des Vergessens. Ist wohl doch was Brotloses und taugt höchstens als Hobby …

Vor 5 Jahren überredete mich meine damalige Freundin, dass wir zusammen ein Kinderbuch schreiben. Die Sache gestaltete sich allerdings mehr so, dass sie die Ideen hatte und ich war die Sekretärin. Aber es erinnerte mich an meinen ursprünglichen Wunsch und ich begann einen eigenen Roman. Der Anfang klappte wie Butter aufs Brot und ich wollte dabei bleiben. Aber wieder machte mein Leben ein paar Wendungen und ich legte es wieder zur Seite.

Erst durch meinen Blogstart und die Möglichkeit, mein Geschreibsel an die Öffentlichkeit zu bringen, brach sich meine Berufung endgültig Bahn. Jetzt gibt es kein Halten mehr und ich werde sicherlich nicht nur bei den spirituellen und psychologischen Themen bleiben. Da ist ja noch der angefangene Roman, der mich wieder und wieder ruft …

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2. Wie bekommst du Kind – Business und privates unter einen Hut? Würdest du sagen es ist in Balance?

Äh, nein. Ich lebe in der fixen Idee, dass das doch klappen muss. Und ich habe mich die letzten Monate damit selbst ausgehebelt. Zu viele Ideen, zu viele Unklarheiten, zu viele Ablenkungen. Und dadurch der steigende Druck, es doch schaffen zu müssen.

Ich lerne gerade. Dass das Leben ein langer, ruhiger Fluss ist. Dass ich mich auf eine Sache konzentrieren muss, wenn ich sie machen möchte – zumindest abschnittsweise. Und wenn heute mal Arztbesuche, Kochen, Haare färben und Katastrophenschutz angesagt sind, wird es auch nicht besser, wenn ich rumheule, weil ich nicht zum Schreiben komme. Dann muss ich das mit stoischem Gleichmut ertragen und auf den nächsten Tag warten, der dann ruhiger wird.

Meine Töchter sind ja nun auch nicht mehr so klein und in absehbarer Zeit bewirtschaften sie ihren eigenen Acker. Dann werde ich eine alte, grauhaarige Granny, die ihre Tage mit Kräuterzucht, Brotbacken und Bücherschreiben verbringen darf.

3. Wenn eine gute Fee erscheinen würde um dir einen Business-Wunsch zu erfüllen – welcher wäre das?

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Dass ich nie den Spaß am Schreiben verliere und dem Resonanzgesetz zufolge von meiner Leidenschaft leben kann.

Was will ich mehr im Leben als ein weiches Kopfkissen, die Sonne am Morgen auf meinem Gesicht und das tun dürfen, was mich am Leben hält?

 

 

4. Wann wurde dir klar, dass du eine Ideenheldin bist und dich nicht auf nur eine Sache festlegen möchtest?

Mir kam ja nie in den Sinn, das in Frage zu stellen. Ich habe schon früh meine Hobbys ausgelebt und wusste, dass ich einfach so bin. Nur in den Berufsausbildungen war ich eine wechselhafte Natur. Aber warum sollte ich es weitermachen, wenn ich keinen Spaß daran habe?

Mein Leben hat immer Kurven geschlagen und ständig eine neue Richtung eingenommen, an die ich vorher nie dachte.

 

Dass es von selbst passiert. Und dass es dann in diesem Augenblick auch das Richtige ist.

Schwieriger wird es natürlich, wenn mir nahestehende Menschen in diese Sache mit hineingezogen werden. Wenn sie es nicht so prickelnd finden, dass ich schon wieder in eine andere Richtung renne und ein anderer Mensch bin. Und das kann ich auch verstehen. Aber dann muss ich meine Konsequenz ziehen. Ich möchte nicht unglücklich bleiben, weil ich mich selbst zurückhalte, und ich möchte auch niemand anderen unglücklich machen, weil ihm bei mir der Kopf schwirrt. Jeder muss den Weg gehen, der ihn zu dem führt, worin er am besten ist. Notfalls auch allein.

5. Was gibst du Menschen als Rat mit auf den Weg, die am Anfang ihres Weges als Scanner oder Vielbegabte stehen?

Und wenn es dich morgen langweilt, dann mach etwas anderes.

Leben ist vielfältig und alles hat seinen Sinn. Irgendwann, vielleicht in ein paar Jahren, hast du eine Menge an Erfahrungen gesammelt und dann passen sie zusammen wie Puzzleteilchen, die ein Bild ergeben, an das du noch nicht gedacht hast.

Lass dir nie einreden, dass du dich für eine Sache entscheiden musst. Als Scanner kannst du ziemlich schnell herausfinden, welche Informationen für dich wichtig sind. Du musst nicht das große Ganze kennenlernen, ein Ausschnitt reicht. Und dann vom nächsten einen anderen Ausschnitt. Und noch einen. Und mit diesen Puzzleteilen kannst du – siehe oben – ein völlig neues Bild erschaffen.

Hier geht´s zu Sybilles Blog 

Danke Sybille für Dein Einblick in  Dein Leben als vielseitige Autorin.

Alles Liebe,

 

Unterschrift Diana

Fotos dieses Beitrages:

Eichhörnchen: www.Rudis-Fotoseite.de bei pixelio
Legofamilie: Maddox74 von pixabay.com

 

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Diana, liebe Sybille,

    tolles Interview. Vor allen Dingen, weil es anderen Scannern Mut macht, wirklich zu sich zu stehen und die Tatsache ein Scanner zu sein einfach zu akzeptieren. Es stimmt, irgendwann habe auch ich erkannt, dass das ganze ausprobieren seinen Sinn hatte.

    Im übrigen kommen deine Aussagen liebe Sybille einfach nur bekannt vor. Aber die Ähnlichkeiten haben wir ja schon öfter feststellen können.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      das Schöne am Ausprobieren ist ja, dass man einen guten Überblick über verschiedene Dinge bekommt und am Ende einiges miteinander kombinieren kann.
      Und wenn nicht, kann man wenigstens mitreden 🙂
      LG
      Sybille

  2. Liebe Diana und Sybille
    Wie gut kann ich doch diese Antworten nachvollziehen.
    Das Wichtigste ist und bleibt immer dem Herzen zu folgen, sich dem Fluss des Lebens hinzugehen, mit einem Lächeln morgens aufzustehen und abends mit einem Lächeln auf den Lippen einzuschlafen.
    Es gilt die Zeit als Freund zu betrachten und auch wohltuende Stopps dankbar anzunehmen.
    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Herzlichst
    Patricia

    1. Liebe Patricia,
      „die Zeit als Freund nehmen“ ist sehr schön ausgedrückt! Und da komme ich auch langsam dahinter. Wenn es mal wieder länger dauert, weiß ich, dass es genau die Zeit brauchen wird, die nötig ist. Und wenn ich die begrüße und annehme, lern ich wahrscheinlich noch was dabei 🙂
      LG
      Sybille

  3. Hallo Sybille, hallo Diana,

    wieder mal habe ich einen sehr interessanten Blick auf dein Leben bekommen. Vielleicht habe ich ja auch einen kleinen Teil einer Vielbegabten in meiner Seele wohnen, da ich auch schon so viel ausprobiert habe und viele Menschen mein „Zick-Zack-Gerenne“ nicht nachvollziehen konnten.
    Ich werde mal darüber nachdenken.
    Danke für den Einblick in dein Leben.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabriele,
      ja, mein Zickzack-Gerenne hat auch schon viele aus dem Konzept gebracht 🙂 Und manche auch schon in die Flucht geschlagen. Aber nun gut, ich kann mich einfach nicht verbiegen. Nicht mehr.
      Mehr Einblicke in mein Leben gibts übrigens in meinem nächsten Buch 😉
      LG
      Sybille

  4. Hallo Diana,
    Hallo Sybille,

    ein sehr schöner Artikel!

    Ich finde es immer wieder sehr spannend zu lesen, wie andere Ihren Weg zu Ihrer Berufung gefunden haben. Ganz selten ist es ein geradliniger Weg, oftmals muss man sich an vielen Kreuzungen entscheiden, überquert Geröllfelder, die gar keinen Weg erkennen lassen und manchmal landet man in einer Sackgasse.

    Schon schade, dass uns in der Schule niemand gesagt hat, dass wir das, was wir gerne tun, woran wir viel Freude haben, auch zum Beruf machen können. Es muss immer ein „anständiger“ Beruf sein. Was für ein Quatsch….
    So viele Menschen verbringen ihre Zeit in einem Job, der sie unglücklich macht….weil „man es eben so macht“.
    Ich finde es sehr erfrischend von Menschen zu lesen, die das tun, wofür ihr Herz schlägt, was ihre Berufung ist. Ich bin davon überzeugt, nur so erreicht man die Menschen.

    Lieben Gruß
    Sandra

  5. Liebe Sandra,
    da geb ich dir recht, in der Schule wird man ziemlich getrimmt auf „typische“ Berufe. Wenn da einer sagen würde, er will ein Café mit Künstlertreff eröffnen, gäbe es sicher ne Menge Gegenwind. Oder einer einen guten Job hinschmeißt, um Selbstversorger zu werden. Naja, man kennt diese Geschichten, aber gerade das sind die interessantesten Biografien. Schau’mer mal, wie meine noch so wird 😀
    LG
    Sybille

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