Veronika Krytzner

 

Ideenheldin der Woche 13

VeronikaVeronika Krytzner hat sich seit über zwanzig Jahren auf das Thema gelingende Beziehungen spezialisiert.

Sie hilft Frauen absolute Klarheit über ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse zu erhalten als ersten Schritt zu einer ehrlichen, offenen und wertschätzenden Kommunikation in einer glücklicheren Partnerschaft.

 

1. Wie bist Du in Deinem Rahmen zu dem Thema Beziehung gekommen? Was hat Dich dazu inspiriert?

Ich unterstütze Frauen, die eine authentische Beziehung wünschen, eine Beziehung, in der sie sich „ihr wahres ich“ zeigen können. Klar, das wünscht sich jeder. Doch andererseits schützen wir uns davor, verletzt zu werden. Und es ist unmöglich, gleichzeitig authentisch zu sein und den Schutz vor die Verbindung zu setzen. Das heißt, „sich nackt machen“, sich verletzlich zeigen, auch seine negativen Gefühle ausdrücken zu können.

Ich weiß, wie schwer das ist und ich kenne den Preis dafür, wenn man Schutz vor Verbindung setzt. Meine Geschichte startete mit einer langen Krankenhauszeit im Alter von 6 Jahren. Es war eine Spezialklinik, aber nicht für Kinder. Ich lernte früh in der Welt der Erwachsenen, mich nicht anzustellen und niemandem zur Last fallen zu wollen.

Ich lernte, meine Gefühle zu unterdrücken.

Später entdeckte ich: Wenn du eine wirklich schwere Zeit durchlebst, ist keiner da, dem du dich anvertrauen kannst – auch wenn du mit vielen (oberflächlich) befreundet bist. Ich hatte nicht die tiefen Verbindungen zu den Menschen, die ich mir so sehr wünschte. Ich kämpfte, damit meine Gefühle zu zeigen und sie auszudrücken, für mich einzustehen und meinen Schmerz, meine Verwundbarkeit zu zeigen. Stattdessen stand ich in meiner Rüstung da – keiner kann mich verletzten – und war zutiefst einsam und verletzter als je zu vor.

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Über die letzten 20 Jahre lernte ich von Menschen, die diesen Weg schon gegangen waren. Ich absolvierte unzählige Trainings und Coachings. Zu entdecken, was tiefe Verbindungen sind und wie sie funktionieren wurde meine Leidenschaft und später mein Job.

 

2. Arbeitest Du eher mit Frauen, Männern oder Paaren? Gibt es dort Unterschiede?

Meine ideale Kundin ist eine Frau. Von daher ziehe ich Frauen in meine Beratungen. Mit Paaren explizit arbeite ich nicht. Jedoch ergibt es sich auch im gemeinsamen Coaching mit einer Frau manchmal, dass wir zu dritt arbeiten. Das sind wirklich heilige Momente und ich schätze sie sehr. Wenn ich „übersetze“, so dass die Botschaften beim anderen ankommen, dann entsteht ein Verstehen. Die Perspektiven und die Dynamiken verändern sich und die Beziehung bekommt eine neue Tiefe.

Unterschiede zwischen Mann und Frau sehe ich darin, dass sich die Frauen viel mehr Gedanken über ihre Beziehung machen. Sie sind viel sensibler für Misstöne und oft am zweifeln. Männer sind da gelassener. Doch wenn sie dann im gemeinsamen Coaching merken, fühlen, sehen und hören, dass die Frau die Beziehung in Frage stellt – dann erst kommt es an und dann passiert etwas.

Doch ob jetzt im Paar- oder im Einzel-Coaching es geht immer darum, seine eigene Wahrheit auszusprechen, sich zu zeigen, sich „nackt zu machen“ und dem anderen seine eigene Wahrheit zu zugestehen und dem anderen die Sicherheit zu geben, dass er Verbindung vor Schutz wählen kann.

 

3. Wie empfindest Du die Beziehungen und Themen heut zu Tage- im Gegensatz zu vielen Erziehungswerten und auch Bildern die einem in der Kindheit und Jugend begleiten? ( z.B in Märchen : Leben glücklich bis ans Ende der Zeit ?)

Wir brauchen Märchen und wir brauchen Romantik. Was wäre das Leben ohne Zuckerwatte, Blink blink und rosa Einhörner? Liebe ist kein trockenes Brot und auch keine trockene Geschäftsbeziehung. Es sind Gefühle und Emotionen.

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Daher rate ich gerne: Halte dich nicht zurück und habe keine Angst vor einer rosaroten Brille. Es ist in Ordnung, deinen Partner in einem gewissen Ausmaß zu idealisieren. Wenn du dich gewalttätigen, missbrauchenden oder auf andere Art ungesunden Beziehung befindest, solltest du es natürlich nicht tun. Doch für die meisten ist es in Ordnung – oder gut für die Beziehung – den Partner ein wenig zu idealisieren. Verliebtheit fühlt sich an, als hätte einem das Universum den größten Wunsch erfüllt. Die Leidenschaft ist verknüpft mit der Dankbarkeit dafür, dass einem dieser Wunsch erfüllt worden ist: Dankbarkeit für jeden einzelnen Zentimeter seiner Haut, für jedes feine Lachfältchen um ihre Augen, die Art, wie er die Tür aufhält. Dafür, dass die Liebe des anderen die eigene spiegelt und verstärkt.

Das nutzt sich im Alltag ab. Hast du den Arzttermin für die Kinder gemacht? Nein? Menno, muss ich mich jetzt auch noch darum kümmern? Und nachts im Bett, wenn du hörst, wie neben dir jemand atmet? Dann denkst du vielleicht nicht mehr: „Danke, dass du da bist“, sondern: Wenn der weiter so laut atmet, kann ich garantiert nicht einschlafen.

Wenn das bedeutet, den Partner ein wenig zu idealisieren, dann mach das. Tatsächlich zeigt eine Studie, die über 13 Jahre ging, dass Partner, die sich idealisieren weniger bereit waren sich scheiden zu lassen als Paare die eine mehr „realistische“ Wahrnehmung voneinander hatten..

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Sicherlich ist es nicht gut, sein Leben lang auf den Prinzen auf seinem Schimmel zu warten und sein Glück von jemand anderem abhängig zu machen. Auch dass alles in einer Beziehung rosarot und butterweich ist, ist eine Illusion. Eine Beziehung kann dich an deine Grenzen bringen, dich herausfordern, dich in die weitere Entwicklung bringen. Ein guter Partner unterstützt dich nicht nur, sondern er ist gleichzeitig dein Sparringspartner. Er fordert, kritisiert, warnt und zeigt Grenzen auf.

Was mich mehr auf die Palme bringt als Hollywood-Filme und Märchen, dass sind sogenannte Pick-Up-Tricks. Da wo manipuliert wird, um sein Ziel (Sex) schnell und ohne Rücksicht zu erreichen. Oder 150 Dating-Regel, wo Frauen sich verbiegen, um den Mann zu bekommen. Tragischer Weise findet man immer noch in der Bravo Tipps für Mädchen, die einem Haare zu Berge stehen lassen.

4. Wie lebst Du Deine Ideen und Interessen aus?

Ich habe fünf verschiedene Ideenbücher, in die ich meine Ideen eintrage. Fünf klingt ziemlich organisiert – ist es aber nicht, sondern sie sind an strategisch wichtigen Orten verteilt. So dass ich schnell die Idee eintragen kann. Wichtige Ideen behalte ich im Kopf und sie lassen mich nicht mehr los – bis ich sie umgesetzt habe.

Wenn ich in meinen Ideenbüchern blättere, bin ich manchmal schon erstaunt, was ich da alles zusammengetragen habe.

Manchmal finde ich eine Inspiration für einen Artikel, einen Coaching-Impuls – der genau jetzt passt.

Oft sind Ideen bei mir auch kurze Strohfeuer. Ich habe gelernt, nicht jedem Funken nachzugehen. Sondern tief in mich hinein zu hören, auf mein Herz zu achten, ob es jetzt genau das ist, was ich brauche und was für mein Ziel wichtig ist. Manchmal sind Ideen auch eine willkommene Ablenkung, von dem, was wirklich gerade wichtig im Leben ist. Wenn ich allerdings für eine Idee brenne, dann ich unaufhaltsam.

Ich habe in meinem Kalender FUN-Zeiten stehen, da kann ich mich hemmungslos austoben – malen, kleben, lesen, schreiben, tanzen etc. – wo mir gerade der Sinn nachsteht. So kann ich in den anderen Zeiten produktiv arbeiten und die Ideen aus den Fun-Zeiten wieder in die Arbeit einbringen.

5. Was bedeutet es Dir, Ideenheldin zu sein? Hat sich für Dich dadurch etwas verändert?

Es bedeutet mir viel. Meine Mutter sagte schon früher immer „ wehe, wenn dir langweilig wird!“. Dann kam ich meistens mit einer neuen Idee um die Ecke. Das war für meine Mutter nicht leicht, mit meinem Tempo mitzuhalten. Und ich glaube insgeheim, es graute ihr immer ein wenig davor. So war meine Ideenvielfalt für mich nicht positiv besetzt.

In meinem Job hatte ich immer freie Entfaltungsmöglichkeit und die Möglichkeiten, über meinen Tellerrand zu schauen. Einfach meiner Neugierde zu folgen. In meinem Privatleben habe ich gemerkt, dass ich meine Umgebung mit meinen Ideen oft überfordere. Denn es bleibt bei mir nicht bei der Idee, ich will sie ja auch schnell umsetzen.

Ideenheldin – hat für mich etwas sehr positives.

Danke, Diana, für das Wort <3. Ich habe durch die Ideenhelden FB-Gruppe gemerkt, ich bin nicht die einzige. Und es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Ideenhelden. Es macht Mut, seinen Ideen und seiner Neugierde zu folgen. Dem Ziel immer mehr die beste Version seiner selbst zu werden – mit dem Mut zur Veränderung und auch dem Mut zum Loslassen.

Es ist auch so, dass sich viele Ideen wie ein Teppich zu einem wunderschönen einzigartigen Bild verknüpfen lassen.

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Zum Beispiel: die verschiedenen Hundetrainings habe mich viel gelehrt über Bindung, Führung und Beziehung, die Sprachtherapie hat mich viel über Kommunikation und die Bedeutung von Verstanden werden, von sich ausdrücken können gelehrt, Fortbildungen im Bereich der Mimikexpressionen haben das Verstehen und Erkennen von Emotionen sowie die Empathie gelernt, die Physiognomie und die Psychologie über die unterschiedlichen Menschen und ihre Bedürfnisse, meine Katze lehrt mich in Gelassenheit und Eigenwille. Und aus diesem und noch einigem mehr entsteht mein buntes Potpourri für das Beziehungscoaching.

VeronikaHP

 

 

Veronika von www.veronikakrytzner.de

 

Danke Veronika für Deine Geschichte und den Einblick in Deine Vielseitigkeit. Ganz schön fand ich auch Dein Bild des bunten Teppichs und was jeder einzelne Bereich Dich gelehrt hat. 

 

Alles Liebe,

Unterschrift Diana