Barbara Schönfeld

cIdeenheldin der Woche 9

Was sind die Werte, an denen du dich orientierst und dein Leben ausrichtest?

Mir ist Gerechtigkeit sehr wichtig. In meiner Kindheit wurde mein Gerechtigkeitssinn immer wieder aufs Schlimmste ausgehebelt und in mir hat sich eine ganz große Wut angesammelt, die ich aber niemals zeigen durfte. Ich war immer das kleine brave Mädchen, das immer nur funktioniert hat, nach außen gestrahlt, ein kleiner Sonnenschein. In mir war ich aber todunglücklich, unzufrieden mit mir und dem Leben und immer auf der Suche nach irgend etwas.
 
Integrität ist auch ein sehr wichtiger Wert für mich und ich wurde durchs Leben immer wieder darauf geprüft.
 
Inzwischen ist auch Authentizität für mich sehr wichtig geworden. Ich habe mich durch meine Erziehung in meiner Kindheit und fast mein gesamtes Erwachsenenleben immer mehr verbogen, bis ich gar nicht mehr wusste, was ich selbst wollte, wer ich selbst war.

photographing-children-735226_640_FotorIch habe immer nach dem Motto gelebt:

„Ich tu alles für dich, damit du mich ein klein bisschen lieb hast“.

Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Es war ein harter Kampf aber ich habe ihn gewonnen. Und jetzt gerade im Moment fängt es an leichter zu gehen. Ich sage meine Meinung und handle auch danach, auch wenn es meinen Mitmenschen manchmal nicht gefällt.
 
Und last but not least, ich habe schon seit langer, langer Zeit immer wieder betont, dass ich so schnell wie möglich spirituell wachsen will, damit ich nicht nochmal eine Ehrenrunde drehen muss. Unter spirituellem Wachstum verstehe ich hauptsächlich Wachstum in der Persönlichkeit, die Integration des Schattens und das Bewusst werden, wer ich wirklich bin.
 
Die Meinung, dass ich keine neue Runde mehr auf dieser Erde drehen möchte, ändert sich aber grade bei mir. Denn inzwischen macht mir das Leben doch sehr viel mehr Spaß und ich fange an es zu genießen. Also, wer weiß, vielleicht entschließe ich mich doch nochmal dazu….. 😉
 
Jetzt habe ich jedenfalls erst mal beschlossen, dass die zweite Hälfte meines Lebens gerade beginnt und dass dieses Leben einfach nur schön wird und Spaß macht.

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Wie gehst du damit um, wenn dir mal alles zuviel ist. Wenn du vor lauter Ideen und Projekten gar nicht weißt, wo hinten und vorne ist. Was ist deine Strategie diesbezüglich?

Schon als junges Mädchen hatte ich immer tausend Ideen im Kopf und mindestens 10 Projekte gleichzeitig am Start. Ich habe immer jede Menge Bücher gelesen, aber immer schön parallel, mindestens vier bis fünf gleichzeitig. Und hatte dabei mein Strickzeug in der Hand. Fürs Fernsehen gab es natürlich auch ein anderes Strick-Projekt und für Zeiten, in denen ich richtig Zeit (ohne ein anderes Projekt) hatte, gab es dann den Pullover mit dem komplizierten Zählmuster.

Und wenn es mir irgendwo zu viel wurde, dann hab ich einfach das Projekt gewechselt.
 
book-759873_640_FotorDann hatte ich mir in mehreren Oktavheftchen meine Ideen für Kurzgeschichten und Bücher aufgeschrieben.
 
Ich habe aber immer versucht irgendwie meine Projekte fertig zu machen. Denn sie waren durchweg alle sehr spannend und interessant. Das blöde war aber immer, wenn ich genug über das Thema wusste, habe ich das Interesse verloren und schnell eine neue Herausforderung gesucht. Doch ein Buchprojekt wurde irgendwie niemals so richtig fertig. Aber daran arbeite ich jetzt.
 
Ich war eben immer beschäftigt und es hat mir immer Spaß gemacht. Ich bin immer von einem zum anderen gehüpft. Das war halt so und das hat mich auch nicht sonderlich aufgeregt. Ich kannte es nicht anders. Und irgendwann mal wurden schon einige Projekte fertig. Die anderen haben dann den gefühlten 30. Umzug irgendwie nicht überstanden und waren dann plötzlich verschwunden.
 
Bei meinem heutigen Projekt Finde deinen eigenen Weg sieht das schon anders aus. Ich hatte da ganz viel Neues zu lernen und den Kopf voller Ideen und auch alles schon fein säuberlich gesammelt und aufgeschrieben, was ich alles noch machen will. Und ich habe nach alter Tradition überall angefangen und dann woanders weitergemacht. So ist nichts so richtig fertig.

Doch irgendwann mal wurde das so viel, dass mein Körper gestreikt hat und ich einfach nicht mehr konnte. Dazu kam dann vor etwa zwei Wochen, dass ein dicker Knoten bei mir geplatzt ist und mir viele Dinge bewusst wurden, die ich vorher schlicht nicht erkennen konnte.
 
Im Moment bin ich dabei, das Konzept zu überarbeiten und passender für mich zu machen, denn ich habe das Leben und Genießen total vergessen. Ich habe jetzt die letzten Wochen gar nichts für mein Projekt gemacht und einfach mal nur beobachtet, was so in mir selbst geschieht.

 
Was sind die einzelnen Seiten deines vielseitigen Solo-Unternehmens und wie sie sich ergänzen oder vielleicht auch im Wege stehen?

Ich bin seit 1996 alleine für mich selbständig, vorher war ich es mit meinem Ex-Mann zusammen. In meiner eigenen Selbständigkeit hatte ich aber fast immer mehrere verschiedene Projekte laufen.

Ich habe ganz viele Berufe ausprobiert und sehr viel gelernt und erlebt. Meist hatte ich mehrere Geschäftsfelder, die ich gleichzeitig „bearbeitet“ habe, weil ich eben immer wieder auf der Suche nach dem RICHTIGEN war.
 
Irgendwie war mir dann auch irgendwann mal klar, dass ich richtigen Erfolg nur haben kann, wenn ich meine Energie bündle und nicht in drei verschiedene Geschäftsfelder stecke. Das habe ich dann bei meinem Projekt Finde deinen eigenen Weg gemacht. Ich fand das auch sehr spannend und habe meine Energie vollkommen eingebracht. Nebenbei musste ich aber für meinen Unterhalt sorgen, da mein Projekt noch nichts abgeworfen hat. Also arbeite ich noch immer in einer Apotheke.

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Bisher gab mir die Apotheken-Arbeit zeitliche Struktur und den nötigen Lebensunterhalt.Wenn ich mir überlege was ich alles in meinem Leben gemacht/gearbeitet habe, so hatte alles seinen Sinn, ich habe sehr viel gelernt und profitiere heute noch davon, denn ich habe ein sehr großes Wissensspektrum zur Verfügung. Und ich kann alles gut kombinieren und etwas Neues draus kreieren.

 
Meine Jokerfrage – Was ich sonst noch über mein Unternehmen erzählen möchte

Jetzt habe ich ein volles Jahr so richtig toll reingepowert und mir schon eine schöne Bekanntheit aufgebaut. Und jetzt merke ich gerade, wie sich alles mal wieder verändert und ich weiß nicht wohin.

Ich habe meinen Blog so quasi auch als Selbsttherapie geschrieben.

d_FotorPlötzlich spüre ich auch, dass mich das persönliche Interesse am Thema verlässt, eben so ganz scannermäßig. Es wäre natürlich jammerschade, das Aufgebaute jetzt einfach sausen zu lassen und was ganz Neues zu machen. Dazu habe ich zu viel investiert, an Geld und vor allen Dingen auch an Herzblut.
 
Jedenfalls wird es in den nächsten Wochen Neuerungen geben. Mein wöchentlicher Newsletter wird nur noch alle 14 Tage erscheinen und es gibt auch nicht mehr so viele Artikel von mir. Ich habe noch einige Gastartikel, die demnächst veröffentlicht werden. Dann kommen aber wieder Artikel von mir.
 
Ich werde die freie Zeit dafür verwenden jetzt auch endlich meine angefangenen Bücher fertig zu schreiben. Außerdem gibt es meinen ersten Onlinekurs. Auch er steht schon im Rohbau 😉
 
Dafür werde ich keine 1:1 Coachings und Vor-Ort-Seminare mehr anbieten.
 
Inzwischen merke ich, dass ich mich nicht mehr so fürchterlich schnell in ein neues Projekt stürzen will, sondern es lieber ein klein wenig langsamer angehen will.

Obwohl, ich muss mich outen: Es hat mich vor drei Wochen doch mal wieder erwischt: da lag ich grade im Bett und es schoss ein Geistesblitz von einer ganz tollen Geschäftsidee in meinen Kopf.
 
Natürlich war die Nacht gelaufen, denn ich MUSSTE einfach den Computer anwerfen und gleich recherchieren, ob es das schon gibt. Da es das in dieser Form noch nicht gibt, lief natürlich das volle Programm an: Sofort habe ich natürlich bei Strato die passende Domain bestellt und hatte schon gleich das grobe Konzept im Kopf. Das musste natürlich auch gleich aufgeschrieben werden, damit das nicht wieder in den Weiten der Gedankenwelten verschwindet.
 
Der erste Enthusiasmus ist wieder verflogen und das Projekt steht in den Startlöchern und möchte einfach umgesetzt werden. Genauso wie gefühlte tausend andere Projekte auch…..
 
…. es bleibt also spannend….. 😉

 

Ich danke Dir Barbara, dass Du uns so persönlich Einblick gegeben hast in Dein Leben als vielseitige Ideenheldin. Damit machst Du vielen anderen IdeenheldInnen Mut, Ihren eigenen Weg zu finden.

Alles Liebe,

Unterschrift Diana