Finde den Plural in deinen Leidenschaften

und genieße ihn!

Gastartikel von Anna Böhm

Warum der Plural so befreiend ist

Überall ist davon zu lesen, dass es glücklich und zufrieden macht, seine Leidenschaft zu finden und zu leben. Und genau das stimmt ja, ich habe es am eigenen Leib erfahren und du vermutlich auch. Wenn es denn nur so einfach wäre! Es gibt schließlich so vieles, das da draußen spannend ist!

Genau deswegen bin ich echt dafür, den Plural zu benutzen! Was alles möglich ist, seit ich den Plural für mich gefunden habe! Ich habe nicht mehr das Gefühl, nach nur einer einzigen Lebensaufgabe streben zu müssen, nach dem „einen Weg“, der für mich richtig ist, nach dem einen, grandiosen Interesse, dem sich alle anderen unterordnen.

Gerade habe ich eine große Leidenschaft für das Schreiben, aber genauso gerne singe ich auch. Oder tanze. Oder mache Yoga. Oder gehe wandern. Oder auf Reisen… Ich bin mir sicher, auch du könntest ewig so weitermachen. Ersetze einfach in sämtlichen Texten, in denen von Leidenschaft die Rede ist, den Singular durch den Plural und du wirst sehen, dass sie sich gleich viel befreiender lesen! 🙂

 

Wie du mit deinen Leidenschaften dein volles Potenzial ausleben kannst

Dein Potenzial ist eine Vielzahl an unendlichen Möglichkeiten, die du mit deiner Kombination aus Fähigkeiten und Talenten leben könntest. Ein Potenzial ist immer etwas, das noch nicht verwirklicht wurde, aber durchaus verwirklicht werden kann.

Wir Ideenhelden spüren oftmals sehr genau unser riesengroßes Potenzial und würden es am liebsten jetzt gleich und sofort voll entfalten. Doch etwas bremst uns. Oft genug bremsen wir uns selbst, indem wir – auch wenn wir wissen, dass wir viele Interessen haben – dennoch immer wieder meinen, uns eingrenzen zu müssen.

RucksackAber genau das ist ja unsere Gabe: Dass wir in der Lage sind, uns für so Vieles zu begeistern! Stelle dir vor, dass du die ganze Zeit einen Rucksack mit dir herumträgst, in dem sich deine vielen Interessen und Leidenschaften befinden.

Aber irgendwie packst du ihn niemals aus. Du spürst das Gewicht auf deinen Schultern und weißt nicht so recht, was du mit ihm machen sollst. Das frustriert dich. Genauso, wie es dich frustriert, wenn du das Gefühl hast, deine Gaben nicht ausleben zu können.

Doch du kannst einfach mal beginnen, den Rucksack auszupacken. Dabei ist es vollkommen egal, ob du einen Gegenstand nach dem anderen ans Tageslicht beförderst oder ihn auf den Kopf drehst und ganz ausleerst. Das bleibt vollkommen dir überlassen und es gibt hier kein Richtig oder Falsch!

Folge deiner natürlichen Neugierde!

Schau dir die Gegenstände aus deinem Rucksack genau an. Jeder von ihnen ist ein Interesse, eine Leidenschaft, ein Talent von dir. Jeder von ihnen ist vollkommen einzigartig und macht dich aus. Welcher Gegenstand zieht deine Neugierde am meisten auf sich? Ist es der kleine Stein, der Kompass, die Landkarte? Nimm ihn einfach in die Hand und lass dich von ihm treiben. Denke nicht zu viel nach, sondern tue einfach das, was der Gegenstand, deine Leidenschaft, dir sagt.

Es ist unglaublich befreiend, die gesellschaftlichen Konventionen zumindest für einen kurzen Zeitraum hinter sich zu lassen und deinem Herzen zu folgen. Vielleicht ist das zu Beginn nur eine halbe Stunde am Tag, doch der Zeitraum wird sich vergrößern und irgendwann wirst du feststellen, dass du dein Potenzial auslebst.

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Sei vorsichtig mit deinen Leidenschaften

Doch wie alles hat auch das Entdecken der eigenen Leidenschaften einen Haken. Sie sind nämlich ziemlich mimosenhaft. Sobald man mit Druck und zu viel Ehrgeiz an sie herangeht, verschwinden sie oft so schnell, wie sie gekommen sind. Wenn du also erst damit beginnst, deinen Rucksack auszupacken, solltest du das nicht gleich in aller Öffentlichkeit tun, sondern vielleicht zunächst allein und in den eigenen vier Wänden.

 

Deine Leidenschaften mögen es zu Beginn auch nicht, wenn du sie eingrenzt und ihnen Namen gibst, wenn du ihnen sofort den neuen, großen Sinn in deinem Leben zusprichst. Denn dann geht es um Leistung und plötzlich macht dir das, was du gestern noch so toll fandest, gar keinen Spaß mehr. Gib ihnen also die Möglichkeit, sich zunächst ganz frei zu entfalten!

Genieße den Weg

So, du hast also eine Vielzahl an Leidenschaften gefunden, sie vorsichtig behandelt, aber jetzt willst du mit ihnen raus in die Welt! Wir lesen überall, dass wir unsere Leidenschaften zum Beruf machen sollten, dass wir danach nie wieder das Gefühl haben müssen, noch zu arbeiten und dass wir dann für immer glücklich und zufrieden sind. Doch ich habe oft festgestellt, dass viele Menschen auch nicht glücklicher sind, nachdem sie ihre Leidenschaften zum Beruf gemacht haben. Oft sind wir den Druck und Ehrgeiz so gewöhnt, dass wir auch in einem selbstbestimmten Leben nicht davon ablassen können und ihn künstlich erzeugen.

Weg

Wie wär’s, wenn du das Ziel nicht an erste Stelle setzt, sondern deine Vielfalt zunächst einmal einfach auslebst? Jedes Ziel und jeder Berufswunsch grenzt dich in deiner unendlichen Vielfalt und in deinem grandiosen Potenzial nur ein. Wenn wir etwas jedoch mit Freude tun, zeigt sich nach einer Weile von ganz alleine etwas am Horizont, das plötzlich Sinn macht, wo du all deine Fähigkeiten und Talente unterbringen kannst. Diese Möglichkeit kannst du nicht durch Tun herbeiführen, sie öffnet sich dir, wenn du mit ganzem Herzen bei deinen Leidenschaften bist.

Bis es soweit ist – genieße den Weg. Genieße dein Potenzial, probiere dich aus, spiele damit, spinne deine Ideen und deine vielen Leidenschaften ruhig bis in die seltsamsten Ausformungen aus. Das ist vollkommen okay und ganz wundervoll! Und es macht verdammt viel Spaß! 🙂

AnnaBöhm

Ich bin Anna und schreibe auf meinem Blog www.passionflow.de über die Begeisterung, die es auslöst, seine eigenen Leidenschaften zu finden und ihnen zu folgen. Ich finde es toll, mich nicht nur auf eine Sache beschränken zu müssen, sondern all meinen Interessen folgen zu können und wünsche mir, dass auch andere Menschen ihre Vielfalt ohne schlechtes Gewissen ausleben können! Denn ich habe gelernt: Wir können Wundervolles erreichen, wenn wir dieser Energie in uns folgen und daraus etwas erschaffen!

© www.passionflow.de

 

Ich danke Dir Anna für diesen inspirierenden Gastartikel. Deine Leidenschaft sprüht nur so aus jeder einzelnen Zeile :). 

Alles Liebe,

Unterschrift Diana

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P.S. von Diana: Vielleicht interessiert Dich auch mein Artikel zum Thema: „Nur eine Berufung – ich habe mindestens 100 davon“

 

 

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16 Kommentare, sei der nächste!

  1. Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel, liebe Anna.

    Ich beobachte auch viel, dass wir versuchen im Wahn der Selbstoptimierung alles sofort einem Namen zu geben versuchen und manchmal nicht bedenken, dass eben Talente zartbesaitet sind und eher Pflege und Übung statt die Leistungs-Rute brauchen.

    Ich teile übrigens deine Meinung, dass wir nicht versuchen sollten aus allen Leidenschaft einen Beruf zu machen oder versuchen Geld damit zu schöpfen. Gerade bei kreativen Tätigkeiten und schöpferischen Talenten, wo es um den Weg und die Tätigkeit und nicht das Schaffen eines Produktes geht dreht man die Kraftquelle ab.

    Manche Dinge sollten Hobby bleiben und zwar deswegen, weil sie eher Energiegebend, denn nehmend sind 🙂

    Grüßle, Yasemin.

    1. Liebe Yasemin, liebe Anna,
      das ist witzig. Genau darüber habe ich heute morgen auch mit meinem Freund philosophiert.

      Ich erlebe es auch bei mir und bei meinen Klienten, dass es schnell zu eine Überforderung und Gefühlen von Druck und Anspannung führen kann, wenn wir alles in eine berufliche Form bringen wollen.

      Deshalb ist finde ich es sehr erleichternd, eine gesunde Mischung zu haben aus leidenschaftlichen Interessen, die man zum Beruf macht und anderen, die einfach Hobby ohne Erfolgsstreben und Ausrichtung auf irgend ein Ziel sein dürfen.

      Liebe Grüße,
      Diana

      1. Hallo ihr beiden! 🙂
        Ja, die Überforderung ist oft sehr schnell da und mit ihr die Enttäuschung. Und das finde ich unheimlich schade, denn dann verlieren wir die Lebendigkeit, die wir erst vor Kurzem gefunden haben, wieder. Sich einfach mal von den Begrenzungen frei zu machen und Freude an seinem Tun und seinen Leidenschaften zu haben, sollte nie vergessen werden. Da einen Mittelweg zu gehen ist manchmal gar nicht so einfach. 🙂
        Ganz liebe Grüße
        Anna

  2. Liebe Anna,

    vielen Dank für diesen sehr schön geschriebenen und inspirierenden Beitrag. Ich bin im Moment auch wieder an diesem Punkt, einfach das Tun zu genießen und alles zu machen, was mir Spaß macht. Leider leben wir in einer Zeit, in der nur Ergebnisse und Zahlen (am besten in Euro) zählen.

    Es wird nicht danach gefragt, was man beiträgt, um die Welt im Kleinen und im Großen etwas besser zu machen. Oder wieviele Menschen man mit einem Artikel wie diesem hilft (das weiß man ja nicht immer, denn nicht jeder meldet sich).

    Trotzdem ist es wichtig, dass man es tut.

    Noch einmal vielen Dank fürs Tun von deiner Kommplizin Gaby Feile

    1. Liebe Gaby,
      echt toll, eine Komplizin zu haben! 🙂 Ich sehe das ganz genauso wie du. Es ist nicht immer einfach und ich finde mich immer wieder in Situationen wieder, in denen ich mich rechtfertige, warum ich das tue, was ich tue und nicht die Karriereleiter emporklettere. Ich merke, wie ich mich dann sogar in meinen Leidenschaften verstricke und die Leichtigkeit und den Spaß vergesse. Dabei ist das das Wichtigste. Und alles, was aus Freude entsteht, hilft auch jemand anderem oder inspiriert jemanden. Daran glaube ich ganz fest und ich finde es schön, dass dir mein Artikel gefällt! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Dieser Kommentar ist für Diana:

    Liebe Diana,

    vielen Dank für deine stetigen Ermutigungen für uns Vielseitigen. Es macht Spaß, sich in deiner Gruppe und auf deiner Webseite zu tummeln.

    Ich habe eine ganz praktische Frage an dich: womit baust du die Tweets in deine Artikel ein. Ist das ein WordPress Plug-In? Kannst du mir sagen welches?

    Vielen Dank und mach weiter so.

    Deine Kommplizin

    Gaby Feile

    1. Liebe Gaby, hi hi,Komplizin gefällt mir. Das hat so etwas Geheimes. 😉 Der Geheimbund der IdeenheldInnen ;o). Es freut mich sehr, dass Du so gerne bei den Ideenhelden dabei bist. Ich bin ganz glücklich über die bunte Mischung toller Menschen, die da sich zusammen gefunden hat.

      Gern sage ich, wie ich die Tweets einbinde: Es ist das kostenlose WP Plug-In Click to Tweet.

      Liebe Grüße,
      Diana

  4. Das Bild mit dem Rucksack spricht mich an. Mir vorzustellen, dass er schwer auf meinen Schultern lastet, wenn ich die schönen Dinge darin nicht auspacke. Sich Vielfalt zu erlauben ist gar nicht so einfach, wenn man so viel über klare (und spitze) Positionierung liest. Doch er ist der Weg hin zu dem, was erfüllt und auch andere bereichert.

    1. Liebe Silke,
      es freut mich, dass dir meine kleine Rucksack-Metapher gefällt! Ich finde es toll, dass es immer mehr vielfältige Menschen gibt, die sich ihre Vielfalt erlauben und genau daraus etwas ganz Besonderes zaubern! Und genau wie du sagst: Dann profitieren auch andere davon! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Danke für den Artikel. Ein schönes Attribut diese Mimosenhaftigkeit der Leidenschaften, das merke ich mir. Ich glaube das EINE Ziel ist auch eher ein übergeordnetes.

    Sonnige Grüße
    Eva

    1. Hallo liebe Eva,
      danke für deinen Kommentar! Ja, Mimosen sind wundervoll, aber haben eben so ihre Eigenheiten. Wenn man sie kennt und respektiert, kann man sehr gut mit ihnen umgehen! 😉 Ich setze mir auch Ziele und ja, sehr übergeordnete machen für uns Ideenhelden am meisten Sinn.
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  6. Liebe Anna, liebe Diana!

    Ich liebe solche Plädoyers für die Leidenschaft(en). Ganz besonders gefällt mir bei Annas Vorschlag, die Leidenschaft nicht sofort durch eine Zielsetzung zu zähmen, sondern sie sich entfalten zu lassen.

    Ich selbst kenne den Plural vom Schreiben. Ich habe mindestens für 7 Romane Ideen 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      schön, hier von dir zu lesen! 🙂 Ohh ja, du sagst was mit den Ideen für Romane! Wie viele ich da schon angefangen habe! Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich so lange an einem dran bin. In dem tobe ich mich aber aus! 😀
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  7. Hi Anna.

    Ein toller Artikel. 🙂
    Viele deiner Anmerkungen decken sich mit meinen eigenen. Ich bin auch der Meinung man sollte seine Leidenschaften ausleben, aber zuerst in den eigenen Wänden. Sie sollen wie ein kleines Pflänzchen heranwachsen. Erst wenn sei gross genug sind empfehle ich sie nach aussen zu tragen. Aber noch zaghaft um sie selbst schützen zu können. Denn ich stelle fest, dass nicht jedermann die Pflänzchen mag und auf sie tritt. Es braucht eine gehörige Portion Selbstsicherheit, um die Pflänzchen nicht zerstören zu lassen.

    Herzlichen Gruss
    Markus

    1. Danke, lieber Markus, für deine tolle Pflänzchen-Metapher! Die passt auch ganz hervorragend! Da muss ich an die Tomaten von meiner Oma denken. Das sind erst ganz winzige Samen, die sie erstmal auf der Fensterbank zu kleinen Pflänzchen züchtet. Und letzten Sommer konnte sie dann eine 900g-Tomate ernten! Das Ding war saftig rot und groß wie ein Kürbis – weil sie so behutsam damit umgegangen ist. Und sie wurde belohnt! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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