Wie Du vom Aufschieber zum Dranbleiber wirst

Gastartikel: Sandra Reekers

In deinem Kopf schwirren tausende von Ideen. Voller Motivation gehst du all deine Projekte an, tüftelst hier ein wenig, schraubst dort etwas herum, probierst aus und lässt dich von deinem Flow und deiner Begeisterung tragen – ein herrliches Gefühl!

Aber irgendwo unterwegs, du weißt gar nicht genau warum, geht dir die Puste aus. Die Aufgaben, die sich zu Beginn noch so leicht und freudig angefühlt hatten, werden nun immer mühsamer. Es fällt dir schwerer, dich zu motivieren und dranzubleiben und heimlich fragst du dich, was du dir eigentlich dabei gedacht hast, diese Projekte überhaupt zu starten.

Zieht man dann klassische Ratgeber zum Projektmanagement zu Rate, liest man immer wieder Sätze wie „fokussiere dich auf eine Sache“, „eins nach dem anderen“, „mach erst das eine fertig und geh dann zum nächsten Punkt über“… WAS? Ich soll mich für nur EINE Sache entscheiden?

Was bei anderen Menschen vielleicht gut und sinnig sein mag, kann in uns Scannern und Ideenhelden regelrechte Panik auslösen. Wir können und wollen keine unserer wunderbaren Ideen aufgeben und doch ist die Gefahr, sich zwischen all den tollen Projektideen zu verlieren und zu verzetteln groß.

 

Wie kann es uns also, als kreativ-chaotischen Ideenhelden, trotzdem gelingen, die Dinge im Blick zu haben und an unseren Herzensprojekten dranzubleiben?

Hier ist kreatives Ideenmanagement gefragt. Dabei gehe ich in fünf Schritten vor:

 

5 Schritte für Dein kreatives Ideenmanagement

 

Schritt 1: Ideen aufnehmen und festhalten

Schritt 2: Ideen ablegen und einsortieren

Schritt 3: Ideen strukturieren und „weiterverarbeiten“

Schritt 4: Den „Hänger“ austricksen und dranbleiben

Schritt 5: Ideen/Projekte abschließen

 

Dranbleiber

 

Schritt 1

In Schritt 1 geht es zunächst einmal darum, JEDE kreative Idee, die durch unseren Kopf rauscht, festzuhalten. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Notizbücher, Schmierzettel, Post It´s, Handy-Notizfunktion und Online-Tools wie Trello, Evernote, etc. liefern hier gute Dienste.

Es geht nicht darum, zu werten. In Schritt 1 wird erst einmal gesammelt.

 

Schritt 2

In Schritt 2 geht es nun darum, den wild durcheinander gewürfelten Notizen einen festen Platz zukommen zu lassen, an dem sie sich weiter ausbreiten und entfalten können. Ich arbeite an dieser Stelle am liebsten mit einem Projektbuch.

ProjektbuchEin Projektbuch ist ein großes, leeres Notizbuch, in dem all deine Ideen Platz finden und auf dem Papier weitergesponnen werden können.

Es geht hier darum, auf kreative Art und Weise mit deinen Ideen zu spielen und ein Gefühl dafür zu bekommen, ob und wie viel Potential in ihnen steckt. Wenn du wissen möchtest, wie man ein solches Projektbuch am besten gestaltet, dann schau doch mal auf meiner Internetseite unter www.einfachdranbleiben.de nach.

Dort habe ich ein kleines Handout zum kostenlosen Download für dich vorbereitet, in dem ich dir Schritt für Schritt erkläre, wie du dein kreatives Projektbuch am besten anlegst.

 

Schritt 3

In Schritt 3 beginnst du nun, deine Ideen zu strukturieren und aus ihnen konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Hier nutze ich für mich das System des „Flowcharts“ bzw. der Rückwärtsplanung. Dazu stelle ich mir zu jedem Teilprojekt folgende Fragen:

– kann ich das Ziel heute schon erreichen?

– wenn nein, was braucht es dafür?

– kann ich dieses Zwischenziel schon heute erreichen?

– wenn nein, was braucht es dafür?

 

Dranbleiber

 

Auf diese Art und Weise gehe ich vom Ziel aus immer weiter rückwärts im Projekt, bis ich zum ersten Punkt komme, den ich heute schon direkt umsetzen kann. Das ist mein „next step“, mein nächster Schritt.

Ein solches Flowchart lege ich für alle meine Projekte und Teilprojekte an. So komme ich am Ende zu einer Liste mit verschiedenen nächsten Schritten. Diese sortiere ich dann projektbezogen. Ich selber nutze dazu Post Its an meiner Wand. Aber auch Onlinetools wie Trello etc. sind dafür gut geeignet. So habe ich all meine Projekte im Blick und weiß bei jedem Projekt, was als nächstes zu tun ist.

 

Schritt 4

Schritt 4 ist wohl einer der wichtigsten Schritte, wenn es darum geht, ein Projekt erfolgreich voran zu bringen. Wir alle kennen diese Phasen, in denen wir das Gefühl haben, es geht nicht voran. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, haben einen richtigen Durchhänger und sind manchmal kurz davor, unser Projekt wieder aufzugeben. Hier kommt nun die Kunst des Dranbleibens ins Spiel.

 

 

Schritt 5

In Schritt 5 geht es schlussendlich darum, Projekte abzuschließen und zu archivieren. Ich nutze dafür Projektboxen, Ordner und Hängeregister, in denen ich meine vollendeten Projekte ablege. Und dann gilt es, sich einfach auch einmal über das bisher erreichte zu freuen, die vielen kleinen und großen Erfolge zu feiern und sich zwischendurch auch einfach mal selbst zu belohnen und sich etwas Gutes zu tun.

 

Dranbleib-Tipps

 

NichtHängenlassen

 

1.) Hinterfrage dich: Ist dein Ziel wirklich noch DEIN Ziel? Oft genug tun wir Dinge mehr für andere als für uns selbst. Wenn dein Ziel für dich weder echten Sinn noch Spaß macht, dann kann es sein, dass es an der Zeit ist, ein Projekt auch einfach in Frieden loszulassen.

 

2.) Nutze die Kraft der „kleinsten zumutbaren Einheit“. Manche Projekte scheinen uns so groß, dass wir bei ihrem Anblick erstarren und gar nicht wissen, wo wir zuerst beginnen sollen.

Da ist es hilfreich, das große Projekt in viele kleine Teilschritte herunter zu brechen. Achte darauf, dass der nächste Schritt gerade nur so groß ist, dass sich dein innerer Widerstand nicht davon bedroht fühlt und die Hemmschwelle, diesen Schritt zu gehen, so gering wie möglich ist.

Und dann – gehe diesen Schritt auch wirklich und halte dann Ausschau nach der nächsten „kleinsten zumutbaren Einheit“. So kommst du Stück für Stück deinem Ziel näher.

 

3.) Visualisiere deine Ziele und schaffe dir „optische Anker“. Bestimmt hast du schon einmal etwas von einem Visionboard gehört.

Ein Visionboard ist eine große Collage, auf der du mit Hilfe von Bilder, Fotos, Zeitungsausschnitten und Zeichnungen deine Ziele visualisierst und zu Papier bringst. Dies hilft dir dabei, dein Ziel mit deinem Unterbewusstsein zu verbinden und dich in Zeiten, in denen du einen „Hänger“ hast, daran zu erinnern, warum du all dies auf dich nimmst.

Auch kleine Gegenstände, ich nenne sie „optische Anker“, können dich an dein Ziel erinnern. Das kann eine Murmel sein, ein schöner Stein, eine Tierfigur, … was immer du mit deinem Ziel verbindest.

Mach dir deine Ziele sichtbar, so dass du sie immer – im wahrsten Sinne des Wortes – vor Augen hast.

 

4.) Such dir einen Partner. Niemand von uns kann alles alleine schaffen. Wir alle sind auf Unterstützung angewiesen und brauchen hin und wieder einen liebevollen Schubs und den Blick von außen.

 

Kreativität braucht einen Spiegel, einen anderen Menschen, einen Austauschpartner, um in den Dialog zu kommen und sich weiter entfalten zu können.

 

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Accountability- / Sparringspartner ist eine einzelne Person, mit der du sich zusammentust. Gemeinsam arbeitet ihr an eurer beider Ziele weiter und unterstützt euch gegenseitig.

Mastermindgruppe / Erfolgsteam ist eine Gruppe von 3 – 5 Personen, die sich regelmäßig live oder via skype treffen und sich austauschen und gegenseitig unterstützen

Coaching: wenn du dir einen motivierenden, persönlichen Partner an deiner Seite wünschst, der dich und deine Projekte so richtig nach vorne bringt, der an dich glaubt, dich motiviert und dir hilft, dranzubleiben, dann kontaktiere einen Coach Deiner Wahl, der Dir hilft, dein persönliches Herzensprojekt wirklich umzusetzen.

 

Was hilft Dir, an Deinen Ideen und Projekten dran zu bleiben? Schreib es mir gerne in den Kommentaren dieses Artikels.

 

Ich freu mich Deinen Kommentar!

 

Deine Sandra

 

P.S. Deine Projekte warten auf dich – also: leg los und bleib dran! 🙂


 

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Ich bin Sandra Reekers, leidenschaftliche Scannerin, Ideenheldin, Dranbleib-Coach und Projektjongleurin.

Mein Ziel ist eigentlich ganz einfach: Ich will mehr verwirklichte Projektideen in der Welt sehen!

Ich glaube daran, dass noch viele wunderbare Projekte und Ideen in den kreativen Köpfen meiner Kunden stecken, die nur darauf warten, ans Licht geholt zu werden. Viele dieser tollen Ideen versanden jedoch oder werden Opfer von Unsicherheit, Ängsten, fehlender Struktur und mangelnder Unterstützung.

In meinem Coaching helfe ich kreativ-chaotischen Menschen dabei, an ihren Herzensprojekten dranzubleiben und diese umzusetzen und zu verwirklichen – ohne dabei das Gefühl zu haben, sich auf nur eine Sache festlegen zu müssen.

Du willst auch endlich deine Herzensprojekte umsetzen und vom Aufschieber zum Dranbleiber werden? 

Dann melde dich gerne bei mir eine Mail oder schau mal auf meiner Website www.einfachdranbleiben.de oder auf Facebook bei den „Dranbleibern“ vorbei.

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7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Sandra,

    Projektjongleurin ist eine schöne Bezeichnung! Schritt 4 ist für mich definitiv der wackeligste, dafür braucht es schon einen langen Atem. Gute Erfahrungen und das Bewusstsein einige Dranbleibe-Projekte bereits gewuppt zu haben, helfen mir da manchmal weiter – sofern ich in solchen Momenten darand enke.

    Viele Grüße
    Eva

  2. Vielen Dank dafür, alles so super aufbereitet zu bekommen. Besonders Punkt 1 darf wieder mehr in meinen Fokus geraten. Ich habe soviele Ideen, soviel ist interessant, ich hebe alles auf, implementiere neue Super-Systeme… nur….. was genau ich alles habe, weiß ich nicht. Dafür liebe ich die Überraschungen, wenn ich wieder mal einen Ordner durchgehe, sie sind alle mit „Gold“ gefüllt 🙂
    lg Riccarda – mit Selbstwert zur glücklichen Beziehung

    1. Oh ja, das kenne ich, wenn man auf einmal beim stöbern längst vergessene Projekte wiederfindet und sofort wieder die alte Begeisterung spürt. Wichtig bei der Vielzahl der Projekte ist dann vor allem, zu schauen und hinzuspüren, welche Projekte gerade wirklich MEINE sind und welche mich meinem großen Ziel näher bringen – oder welche wenigstens einfach gerade richtig großen Spaß machen. Ziele, die für uns weder Sinn noch Spaß machen, können wir auch getrost wieder ziehen lassen. 🙂

  3. Danke für den umfassenden Artikel!
    Wie ich mein Projektbuch führen kann, interessiert mich – da klick ich mich mal weiter. Super Erfahrungen habe ich tatsächlich mit einem Erfolgsteam gemacht. Habe mein Leben geändert und verwirkliche mir meinen Traum: mein eigener Roman. Auch beim Schreiben helfen mir regelmäßige und verbindliche Treffen mit Gleichgesinnten: Schreibgruppen, Autorenausbildung usw. Und auch mein Autorenblog hilft mir, am großen Ziel dranzubleiben – schließlich habe ich das ja nun öffentlich kommuniziert. Aaahhh…
    Viele Grüße und Erfolg mit allen Projekten,
    Ricarda

    1. Hallo Ricarda,
      ja, ein Erfolgsteam ist wirklich eine unschlagbare Waffe gegen das Aufschieben und die ganzen Angst- und Zweifelmonster in unserem Kopf. Gemeinsam bleibt es sich einfach viel leichter und motivierter dran 🙂

  4. Gut geschriebener Artikel! Besonders das festhalten der Ideen ist wichtig um das Absichtsgedächtnis zu entlasten. Man weiss ja, dass wenn man sich viel vornimmt und im Kopf behalten will umso weniger davon umsetzt.
    Was für die Umsetzung sehr wichtig ist, ist die Herstellung von positivem Affekt. Also sich in einen positiven Zustand zu bringen. Und das gelingt am besten über positive selbstmotivation und (so simpel das auch scheint) körperliche Aktivität (also bei einem Hänger lieber spazieren gehen). Die Zusammenhänge gehen auf die PSI-THEORIE von Julius Kuhl zurück die ich hier http://www.heisetraining.at/wpblog/psi-theorie-praktisch/ einmal kurz beschrieben habe.

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