4 Allzweck-Tools für Ideenhelden

Gastartikel: Yasemin Akdemir

Nun hab ich Energie, Wissen und auch die Selbstsicherheit, dass ich als Ideenheld, Scanner, Multipassionate – egal, welchen Namen ich mir jetzt gebe – eine kostbare, wertvolle Gabe habe … aber … was mache ich denn jetzt eigentlich?

Kommt dir diese Fragestellung ein wenig bekannt vor?

Wir können uns unsere Zukunft rosig malen, Visionen und Träume haben, aber die Frage „Wohin“, gibt keine Antwort, auf die Frage, was ich denn genau jetzt machen soll! Und ich räume an dieser Stelle ein, dass mich dieser Artikel beinahe in eine Krise gestürzt hätte, weil auch ich nicht wusste, wo ich denn nun anfangen soll, damit du als Vielbegabter nach dem Lesen weißt, wo du denn nun den Anfang machen sollst.

Kein vernünftiger Vergleich ohne Maßstab

Ich kam zum Schluss: Es ist egal. Und mit egal meine ich nicht, dass es nicht von Belang sei, sondern es ist beliebig. Solange du keine Kriterien hast, nach denen du vergleichen kannst, gibt es keine Prioritäten. Kein Wunder also, dass du dich nicht entscheiden kannst. Ein Apfel ist genauso gut wie eine Birne, wenn du Obst magst. Aber weder Apfel noch Birne sind „besser“ als das jeweilige andere. Wonach bemisst du denn das „besser”?

 

 

Allzwecktool Nr. 1: Du brauchst authentische Werte (Kompass)

Du brauchst Prinzipien, ein Leitbild, eine Lebensphilosophie oder auch einen inneren Kompass. Einen intuitiven Wegweiser, der Alarm schlägt, wenn man den falschen Weg bereist und Hinweise gibt, die Wege zwischen falsch und richtig (für dich) zu differenzieren.

Werte helfen dir, Risiken in Kauf zu nehmen, wenn du erkennst, dass es wichtig und richtig ist. Werte helfen dir auch Alternativen abzuschlagen, wenn du erkennst, dass es sich nicht lohnt. Ohne Reue.

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Eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation

Reue ist ein gutes Stichwort. Wo stehst du gerade und wie kamst du dorthin? Welche Erfahrungen hast du gemacht, die dich heute prägen? Wer ist in deinem sozialen Umfeld am Freunden und Unterstützern? Wie weit würdest du dich davon entfernen wollen? Was besitzt du heute, was du nicht verlieren willst? Was würdest du investieren, um dein Ziel zu erreichen? Was bist du bereit zu opfern?

 

„Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.” —Laotse

 

Allzwecktool Nr. 2: Du brauchst ein Selbstverständnis (Orientierung)

Es ist manchmal schön, sich zu verlieren, aber nicht schön, etwas zu verlieren, was einem wichtig ist. Und deshalb ist es unabkömmlich ein Verständnis dafür zu entwickeln, was und wer für einen wertvoll ist: Was man am Leben schätzt.

All das ist Orientierung: Immer schnell zu wissen, wo man ist und es einzuordnen. Und mit Hilfe der Standortbestimmung den kürzesten Weg zu seinem Ziel auszumachen oder bewusst einen längeren zu gehen.

Zwischenbilanz: Gut, wir wissen nun, wo wir sind und wir wissen nun auch wo lang wir gehen müssen, aber womit?

 

Loslassen oder Mitnehmen?

Früher hatte ich immer das Gefühl mit meinen Begabungen überfordert zu sein. Alle Hände voll, aber nach Neuem greifen ist nicht. Mit dem Gegriffenen, was vernünftiges machen, auch nicht. Der Segen wurde zum Fluch. Kann ich loslassen? Und was ist, wenn ich es verliere? Kann man denn Begabungen überhaupt verlieren? Ich liebe Gleichnisse. Vielleicht hast du das zufällig schon bemerkt, aber sie verlieren ihren Zweck, wenn sie nicht mehr stimmig sind. Bei der Formulierung, dass man „Begabungen besitzt” verfällt man dem Trugschluss, dass es etwas materielles und greifbares ist. Das ist es aber nicht: Es ist abstrakt. Du kannst Begabungen unter normalen Umständen nicht verlieren. Ein Loslassen ist nicht für die Ewigkeit und mitnehmen bedeutet nur, dass du dich mit der Gabe weiter beschäftigst.

 

Verquere Vorstellungen und Trugschlüsse

Loslassen ist somit nur ein geistiges Ablegen von den Gedanken, die um diese Gabe kreisen. Besorg dir eine Art mentales Lager, einen Abstellraum oder eine Schatztruhe. Außer eine Staubschicht anzulegen, passiert damit nichts. Und eigentlich noch nicht einmal das. Es geht weder kaputt, noch verkümmert es. Das, was wir als Verkümmern bezeichnen, ist meist die Vorstellung, dass damit viel mehr hätte werden können, wenn wir Zeit und Energie dort hinein investiert hätten. Aber das haben wir nicht, wir haben es abgelegt und die Fortschrittsanzeige ändert sich nicht.

 

„Was wunderst du dich, dass deine Reisen dir nichts nützen, da du dich selbst mit herumschleppst?” — Sokrates

 

Allzwecktool Nr. 3: Du brauchst Hilfsmittel (Survival-Kit)

Nimm daher nur das mit, was du brauchst. Pack so viel in deinen Rucksack, wie du tragen kannst, aber so, dass es nicht zur Last oder Ballast wird. In deinen Händen nur das, was du auch benutzt. Und wo wir bei der schönen Analogie des Reisens sind, weißt du was das Tolle an Wanderwegen ist? Meist kann man sich an Stationen postalisch Futter-Pakete zukommen lassen, die für einen hinterlegt und aufbewahrt werden, bis man dahin kommt.

Quasi nach dem Wiedervorlage-Prinzip holst du dir deine Gaben raus, wenn du sie brauchen wirst, aber bis dahin stören sie nicht. Man beschäftigt sich stattdessen damit, wofür man sich begeistert.

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Bloße Neugier oder wirkliches Interesse?

Auf die Frage, wofür ich mich begeistere, würde ich am liebsten rufen: ALLES. Aber das stimmt beim genauen Hinsehen nicht. Vielleicht habe ich eine grundsätzliche Neugier auf alles, aber wirklich interessieren … ? Hm. Neu-Gier verliert ihren Reiz, wenn es nicht mehr neu, sondern bekannt ist und wenn die Frage, nach der es mich giert, beantwortet ist. Bei einer Neugier geht es meist um etwas Konkretes. Ein Was. Es ist ziel- bzw. ergebnisorientiert. Das Inter-Esse hingegen als Anteilnahme sozusagen wörtliches „Dabei sein” betrifft einen selber. Es ist weg- bzw. erfahrungsorientiert. Es geht um das Wie.

 

 

Allzweckwaffe Nr 4: Du brauchst eine Brille (Fokus)

Ja, viel zu oft sind wir kurzsichtig und sehen künftige Hindernisse nicht und viel zu oft sind wir weitsichtig und unterschätzen die Freude von den Dingen vor unsere Nase. Eine Brille hilft, nicht blind in etwas hineinzutappen, sondern zu wissen, womit man sich da beschäftigt. Hilfreich sind im Übrigen auch Ferngläser oder Lupen. Eine Lupe hilft, sich im Jetzt auf etwas zu konzentrieren, ein Fernglas hingegen den Fokus auf ein Ziel in der Ferne zu setzen.

 

Fazit:

Und damit ist die Frage, was du nun machst eigentlich beantwortet:

Du begibst dich auf deine Reise.

 

Du brauchst dazu:

* Deinen Kompass, der dir die Richtung vorgibt.

* Eine Standortanalyse, die deine Opferbereitschaft bestimmt.

* Praktische und nützliche Hilfsmittel im Gepäck

* Und definitiv einen Check-Up-Termin beim Augenarzt!

 

Und falls du Panik schiebst und statt die Welt zu erkunden, dein Potential zu entfalten, dein Leben zu leben. Prüfungen zu meistern, Neues zu schaffen, lieber in Paralyse verfällst. Folgender Satz aus der Mongolei für dich:

 

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 Yasemin Akdemir bloggt auf www.lebensdurstig.de zu den Themen Selbsterkenntnis, Vielbegabung und Selbstmanagement mit dem Ziel, dass jeder sein eigenes passendes „Life-Design” kreiert.

 

Danke Yasemin für diesen erhellenden Beitrag. Ich glaube, ich werde mal meinen Augenarzt kontaktieren ;o).

Alles Liebe,

Unterschrift Diana

 

 

Fotos: pixabay.com

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich kann das sehr bestätigen. Wenn wir unsere Werte kennen und wissen was uns motiviert, oder einfach Freude macht, haben wir die wichtigste Vorraussetzung gefunden um wirklich wir selbst sein zu können und dass zu leben was wirklich in uns ist, bzw. aus uns heraus will… Schön! Danke für diese Zusammenfassung
    xxx Stefanie

    1. Hey Stefanie, Danke für deinen Kommentar. 🙂

      In der Philosophie gibt es einen interessantes Konzept: Entelechie. Es bedeutet Ziel in sich haben und bedeutet, dass jeder (auch Dinge) von vornherein eine Bestimmung in sich haben und nach etwas Streben. Wir alle streben nach etwas. aber wonach? Ich glaube fest daran, dass wir unbewusst wissen, was uns gut tut, was wir wollen, auch wenn wir es oft nicht verbalisieren können.

      Dabei hilft es sich selbst zu beobachten und sich selbst zu erforschen. Wir nehmen uns gar nicht mehr die Zeit dafür, oder erst dann, wenn wir in existentiellen Krisen geraten.

      Je mehr ich nun forsche, desto eher merkte ich, dass Werte eigentlich nur das richtig-und-falsch in unserem Leben bestimmen. Sie sagen uns, womit wir leben können und womit nicht. Aber woher kommt denn eigentlich die Kraft nach Dingen zu streben? Der Urquell allens sind unsere Lebensmotive. Und diesen nachzugehen entfacht das Feuer in uns nur noch mehr.

      Vllt ist die erste Frage, die wir uns alle individuell beantworten müssen: Was treibt mich an? Was sind meine Lebensmotive? Damit wir uns bewusst diesen Motiven widmen können.

      Was sind deine Motive, Stefanie? Magst du es mit uns teilen? 🙂

      Also

    1. Hey Carolin. 😀

      begrifflich ist es eigentlich von David Allens Getting Things Done-Methode geklaut. Ich musste allerdings feststellen, dass man nicht nur bei Projekten, sondern auch bei Talenten einfach entscheiden kann, sich vorerst nicht mehr damit zu beschäftigen, aber damit es nicht vergessen wird eine Art inneren Wecker einstellt, wann es wieder auftaucht ^.^

      Grüßkes, Yasemin

  2. Schön zu lesen – ich erinnere mich hierbei gern an Nadolnys „Netzkarte“. Herrlich, ein junger Mann kauft sich eine Fahrkarte der Bahn, mit der man für eine bestimmte Zeit alle Netze nutzen kann.
    „Ich muss Sie ausdrücklich vor Ihrem Vorhaben warnen“…
    …dann fährt er los, ohne zu wissen, wohin die Reise geht.

    Danke für die Ausformulierung deiner „Tools“ – selbst wenn ich glaubte, bis hierhin auch ohne diese Werkzeuge (oder ohne das Bewußtsein für deren Anwendung) ganz gut zurechtgekommen zu sein… die Reflexion belehrt mich eines besseren.
    Ahja 🙂 toller Blog…

    1. Hallo Finzka,

      wenn man den Draht zu sich selbst nicht verliert. braucht man auch keine vermeintliche Erklärung, weil man einfach unbewusst weiß, dass der Weg den man bestreitet so ganz richtig ist und das, was man tut ebenso.

      Für mich sind diese Tools nur Strukturen zur Orientierung, wenn man gerade unsicher ist und nicht weiß, woran man sich halten kann.

      Danke für das Lob und danke dir für deinen Kommentar.

      Lieben Gruß, Yasemin aka Weltenbewegerin.

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